Kommentar: "Bildungsmonitor 2009"
In Brandenburg geht es mit der Bildung - auch im Hochschulbereich - aufwärts. Das jedenfalls meint der aktuelle "Bildungsmonitor" der sogenannten "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" (INSM), ein neoliberales Think-Thank, das von Großunternehmen betrieben wird und die soziale Marktwirtschaft aushölen will.
Immerhin habe sich Brandenburg im bundesweiten Ranking von Platz 14 auf Platz 12 verbessert. Geschafft habe dies das seit 19 Jahren von der SPD regierte Land durch umfassende "Reformen".
Gemeint sind die Einführung von Vergleichsarbeiten für alles und jeden, die eine bessere - wirtschaftsfreundliche - Selektion ermöglichen oder die Beschneidung von Demokratie an Schulen und Hochschulen. Das heute in Brandenburg der Geldbeutel der Eltern mehr denn je über Bildungschancen entscheidet, dass Durchlässigkeit im Bildungssystem längst Makulatur ist, dass z.b. an der Universität Potsdam nur jeder sechste Bewerber noch einen Studienplatz ergattert, dass hunderte Lehrerstellen fehlen und jede zweite Schule geschlossen wurde - dies alles zählt für die INSM nicht.
Der Bildungsstreik 2009 hat mit landesweit über 10.000 demonstrierenden Studierenden und SchülerInnen gezeigt, wie groß die Wut im Lande über die Bildungsplitik seit 1990 ist. Wenn Bildungsklau und verschärfte Selektion Qualitätsmerkmale im "Bildungsmonitor" der INSM sind, dann wünsche ich mir, dass Brandenburg sich bald wieder den 16. Platz erkämpft.
Norbert Müller

